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Alles mit Blick aufs Wasser – Architektonische Ausrufezeichen am Duisburger Innenhafen

Leuchtturmprojekte sind vorbildlich für ganz NRW

Bonn/Duisburg – Vor Jahren noch galt der Duisburger Hafen als düstere Kulisse für Tatort-Streifen. Inzwischen setzen innovative Projekte architektonische Ausrufezeichen. Die Leuchtturmprojekte sind vorbildlich für ganz NRW, schreibt Ansgar Lange in der aktuellen Ausgabe von Rathausconsult http://www.rathausconsult.de, dem Magazin für kommunale Wirtschaftstätigkeit.

„Duisburg baut sich neu“ war am 20. Februar 2008 in der Rheinischen Post (RP) zu lesen. Der Autor des Artikels gab sich euphorisch: „Der geplante Neubau des Landesarchivs setzt in der einstigen Montanstadt eine einzigartige Erfolgsgeschichte fort. Aus der einst schmuddeligen Schimanski-Kulisse am Innenhafen ist ein wichtiger Bürostandort mit architektonischen Highlights geworden.“ Der Masterplan Innenhafen entstand bereits Ende der 1980er Jahre bei der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA) und geht auf den Star-Architekten Sir Norman Foster zurück.

Ziel der damals angestoßenen Bemühungen war es, das Wasser zurück in die Stadt zu holen. Man wollte mehr Lebensqualität schaffen und damit zugleich Investoren anlocken. Mittlerweile gruppieren sich um einen der wichtigsten Bürostandorte im Ruhrgebiet zahlreiche Bars, Clubs und Restaurants. Die Schimanski-Kulisse wurde zum Szene-Treff!

„Bis Mitte der 1950er Jahre war Duisburg die reichste Stadt Deutschlands“, so Jürgen Dressler, Leiter des Stadtentwicklungsdezernats in Duisburg, im Interview mit Rathausconsult. Die strukturellen Veränderungen machten der Stadt, die am Niederrhein und zugleich am westlichen Rand des Ruhrgebiets liegt, erheblich zu schaffen. Während der Arbeitsmarktbezirk Duisburg Ende der 50er Jahre noch kaum Arbeitslose zählte und die Wirtschaftskraft der Region um fast 50 Prozent über dem Landesdurchschnitt lag, musste die Stadt nur 20 Jahre später aufgrund der einseitigen Fixierung auf die Industrieproduktion mit erheblichen Standortproblemen kämpfen. Heute werden im Innenhafen Ansiedlungsmöglichkeiten vornehmlich für den Dienstleistungssektor geschaffen – wobei man die historischen und industriellen Wahrzeichen des Hafens immer im Blick hat.

Neue Entwicklungen seien aber zu lange verhindert worden, sagt Dressler. Nun warte die Stadt mit dem größten Binnenhafen der Welt mit einem „radikalen Paradigmenwechsel“ auf. Das gängige Klischee vom Schmuddel-Image hält der Stadtdezernent nicht für gerechtfertigt. Die Stigmatisierung sei unbegründet, schließlich verfüge Duisburg über eine gute geographische Lage und eine stolze Tradition. Der Zukunftsforscher Matthias Horx nennt die neuen Pläne denn auch vollmundig „Leuchtturmprojekte“ für die gesamte Immobilienwirtschaft. Die Projekte sind ein Musterbeispiel für einen gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet. Der Innenhafen hat sich zu einem Ort entwickelt, der Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser verbindet.

Die Landesregierung ist sich dessen bewusst, dass Duisburg mittlerweile ein wichtiger Imageträger für NRW geworden ist. „Eines der vorrangigen kulturpolitischen Ziele der Landesregierung ist es zu signalisieren, dass die Metropole Ruhr im Bereich der kreativen Ökonomie zu neuen Ufern aufbricht, und durch geeignete Projekte kreative Milieus zu schaffen, in denen eine solche Ökonomie gedeiht“, so Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff im Gespräch mit dieser Zeitschrift. Die Stadt habe unter Leitung von Sir Norman Foster ein Gesamtkonzept der Stadterneuerung entwickelt, das vorbildlich für ganz Nordrhein-Westfalen sei.

Weithin sichtbare Leuchtturmprojekte

Grosse-Brockhoff weiter: „Im Innenhafen von Duisburg versuchen wir mit Hilfe von entsprechender Architektur, einen deutlichen Akzent zu setzen. Hier fördert die Landesregierung unter anderem die Erweiterung des Museums Küppersmühle nach den Plänen des Schweizer Architekten Herzog – de Meuron. Außerdem errichten wir derzeit im Duisburger Innenhafen mit dem Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst das größte Archivgebäude Deutschlands. Aus einem alten denkmalgeschützten Speichergebäude wird ein 60 Meter hoher Aktenspeicher ragen, der weithin sichtbar signalisiert, dass das Land Nordrhein-Westfalen auf sein kulturelles Gedächtnis setzt. Die Fertigstellung des Projekts ist für Anfang 2010 geplant.“ Bisher war das Landesarchiv NRW mit seinem Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf und mit seinem Personenstandsarchive in Brühl ansässig.

Das nach Duisburg kommende Landesarchiv wird bereits als architektonisches Ausrufezeichen am Innenhafen gefeiert. Es wird im letzten noch nicht umgebauten Speichergebäude unweit der Schwanentorbrücke untergebracht sein. Nach dem Entwurf des Büros Ortner & Ortner Baukunst soll der RWSG-Speicher um einen Turm, der sich aus der Mitte des Gebäudes bis in 65 Meter Höhe erheben soll, erweitert werden. An den Speicher, der die 140.000 Regalmeter des Archivs aufnehmen wird, schließt sich in Richtung Holzhafen ein geschlängelter 120 Meter langer Anbau in Backsteinoptik an. Darin werden die Büros für die 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die öffentlichen Einrichtungen untergebracht.

Karl-Heinz Petzinka, Programmdirektor der Kulturhauptstadt Ruhr 2010, kündigte bereits an, dass das neue Duisburger Landesarchiv in eine Reihe herausragender Gebäude der Kulturhauptstadt aufgenommen werde. Und Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff kann sich gut vorstellen, dass man in dem 80 Millionen Euro teuren Objekt bereits zum Neujahrsempfang 2010 laden könnte.

„Der ‚Wellenschlag’ ist nicht das erste Projekt im Innenhafen mit maritimem Bezug“, so RP-Autor Mike Michel in Anspielung auf den geschwungenen und wellenförmigen Baukörper des Landesarchivs. Das benachbarte „Five-Boats“-Gebäude, konzipiert vom Hagener Architekten Jürgen Bahl, symbolisiere fünf nebeneinander angeordnete Schiffskörper, das „H20-Office“, ein eher funktionales Bürogebäude, habe die Form eines Katamarans.

Angesichts dieser Bauvorhaben kann Stadtentwicklungsdezernent Dressler erst recht keine objektiven Gründe für den schlechten Ruf Duisburgs in einigen Teilen der Öffentlichkeit finden. Es habe politische Schwächen in der Außendarstellung gegeben. Doch nun setzt man ganz auf die spektakulären Leuchtturmprojekte in Verbindung mit einer seriösen Stadtentwicklungspolitik.

Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit – Alles mit Blick aufs Wasser

Im Norden der Duisburger Altstadt entstehen moderne Wohnformen mit dem Blick aufs Wasser. Nicht nur Immobilienexperten zeigen sich sehr angetan von den Plänen der renommierten Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle konzipieren. Dieser könne zu einem Wahrzeichen der Stadt werden. Wohnungen in dieser Gegend haben laut den Fachleuten aus der Immobilenbranche Zukunftspotenzial, denn noch lägen die durchschnittlichen Mietpreise hier bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter.

Weitere spannende Projekte sind das „Eurogate“, ein sichelförmiger Bürobau um den ehemaligen Holzhafen, der die Entwicklung des Duisburger Innenhafens abschließen soll. Und wenige hundert Meter weiter will der Hamburger Architekt Hadi Teherani das Modell einer „living bridge“ realisieren – einer bewohnbaren, rund 230 Meter langen, 20 Meter breiten und 43 Meter hohen Brücke über die Ruhr. Es ist also nicht zu hoch gegriffen oder nur dem Lokalpatriotismus geschuldet, wenn die Rheinische Post schon davon spricht, Duisburg könne sich zu einem „Mekka für Architekturfans“ entwickeln.


Geschrieben am 08.07.2008 von admin in * Allgemein.