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Beruf Brandlöscher – Interim Manager auch in Deutschland im Kommen

Bonn/Köln – Die aktuelle Krise der Finanzmärkte ist ein Signal für den verstärkten Einsatz von Interim Managern. Nach Ansicht des Dienstleisters Boyden Interim Management http://www.boydeninterim.de benötigen insbesondere Private-Equity-Gesellschaften erfahrene Führungskräfte auf Zeit. Denn ein schlagkräftiges und leistungsfähiges Management sei dazu in der Lage, auch kurzfristige Wachstumsimpulse auszulösen. Die Finanzierungskrise zwinge die Gesellschaften zu einer schnelleren Rentabilität ihrer Investitionen. Damit steige auch der Druck auf das Management der Portfolio-Unternehmen, schnell gute Zahlen zu liefern, so Boyden: „Um dies zu gewährleisten, setzen die Finanzinvestoren regelmäßig auf Interim Manager – so bekommen sie in kurzer Zeit einen erfahrenen Manager, der für die anstehenden Herausforderungen optimal geeignet ist.“

Zeitarbeit in der Chefetage sind aber in Deutschland insgesamt noch keine sehr verbreitete Tätigkeit, schreibt Julia Löhr in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) http://www.faz.net. Interim Manager verstehen sich nicht als klassische Consulter. „Ich bin kein Unternehmensberater. Ich bin ein Problemlöser“, sagt Hartmut Sannecke, der sich vor rund fünf Jahren dazu entschied, Interim Manager zu werden. Sein Beruf ist es, Brände zu löschen. Zu seiner jetzigen Stelle als Marketingleiter ist er gekommen, da die neue Marketingleiterin schwanger geworden war. In eine solche Lücke stößt dann ein Interim Manager, da keine Führungskraft für einen befristeten Vertrag wechseln würde.

„Mitarbeiter, die nicht wie ein Angestellter, sondern wie ein Selbstständiger denken, eignen sich als Kurzzeit-Manager. Interim Manager müssen ständig den Arbeitgeber wechseln, sich schnell in neue Themen einarbeiten, sofort den Draht zu den Mitarbeitern finden. Leute mit einer Nine-to-Five-Mentalität, die es ja selbst unter angestellten Managern gibt, haben in diesem Segment nichts zu suchen, sondern nur Personen, die wirklich auf Zack und ohne neue Herausforderungen nicht wirklich glücklich sind“, sagt der Personalexperte Marc Emde vom Kölner Dienstleister KCP Executives http://www.kcp-executives.de, der Interim Manager vermittelt.

Laut FAZ sei es am lukrativsten, wenn ein Interim Manager direkt über das suchende Unternehmen angeworben wird oder von Weiterempfehlungen lebt. Denn wer über einen Vermittler an einen Auftrag komme, müsse bis zu 30 Prozent seines Tagessatzes – der durchschnittlich bei rund 1.000 Euro liegt – an diesen abtreten. Emde sieht dies ein wenig anders: „Selbstverständlich nehmen professionelle Vermittler Geld, denn schließlich erbringen sie eine qualifizierte Dienstleistung. Ich sehe unsere Tätigkeit auch gerade darin, Unternehmen, bei denen es kurzfristig brennt, schnell und effektiv zu helfen. Schließlich sind wir auf dieses Geschäft spezialisiert“. Außerdem gebe es gerade bei mittleren Unternehmen immer noch viele Widerstände gegen Interim Management, weshalb Deutschland international auch hinterherhinke. Vermittlungsagenturen könnten diese Vorurteile und Ängste durch seriöse Beratung abbauen.


Geschrieben am 21.04.2008 von admin in * Allgemein.