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Harvey Nash-Chef Udo Nadolski fordert: „Gebt den Jungen endlich eine faire Chance“

Benachteiligung der männlichen Schüler entwickelt sich zu einer deutschen Standortschwäche

Großer Fachkräftemangel vor allem in klassischen „Männer-Domänen“

Düsseldorf – Die Wirtschaftswoche schlägt Alarm. Unter dem Titel „Emmas Opfer“ berichtet das Düsseldorfer Magazin über die Benachteiligung der Jungen an Deutschlands Schulen. Dies sei nicht nur ungerecht und reduziere die Chancen der männlichen Bevölkerung, beruflichen Erfolg zu erzielen. Die oft schlechte Behandlung der Buben habe auch gravierende wirtschaftliche Folgen. Schlechte Schulleistungen, zu denen Jungen überproportional beitragen, kosteten das Land jährlich bis zu einem halben Prozentpunkt Wirtschaftswachstum. In von Männern dominierten Sparten wie bei den Ingenieuren, den technisch-gewerblichen Berufen und im Handwerk herrsche Fachkräftemangel. Die Zahl der jungen Frauen, die nach dem Abitur ein Ingenieurstudium aufnähmen, sei sogar rückläufig. Selbst im Landtag von NRW diskutiert man inzwischen offen über die Diskriminierung von Jungen in den überproportional von Frauen geprägten Schulen. Das Netzwerk „Neue Wege für Jungs“ will mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums Akzente bei der gezielten Jungenförderung setzen.

„Es ist höchste Zeit, sich Emmas Opfern zuzuwenden“, sagte Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash, nach der Veröffentlichung des Beitrages in der Wirtschaftswoche. „Unser Bildungssystem ist zumindest an den Schulen weiblich geprägt. Und es diskriminiert häufig Jungen, weil es das oft stillere und angepasstere Verhalten der Mädchen zur Norm macht. Es fängt schon vor der Schule an. 60 Prozent der Kinder, die von der Einschulung zurückgestellt werden, sind Jungen. Woran liegt das? Sind Jungen dümmer als Mädchen? Die Ursachen sind wohl eher an anderer Stelle zu suchen. Frauen dominieren mit über 95 Prozent in den Kindergärten. Es mangelt also an männlichen Rollenvorbildern. Manche Jungen bekommen zuhause, im Kindergarten und in der Grundschule (über 80 Prozent der Lehrer dort sind weiblichen Geschlechts) keinen Mann zu Gesicht. Vielleicht tritt ein Mann in Form des abwesenden Vaters, der von der alleinerziehenden Mutter getrennt lebt, oder als ‚cooler’ Medienheld ins Leben des Kindes. Nur an den Gymnasien ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Lehrkräften ungefähr ausgeglichen. An allen anderen Schulformen dominieren die Frauen.“

Nadolski weiter: „Selbst glühende Verfechter von Frauenrechten geben mittlerweile zu, dass Mädchen in der Schule oft besser wegkommen, weil sie angepasster und braver sind. Sie sind nicht so laut wie Jungen, sie raufen sich nicht unbedingt auf dem Schulhof, und sie brüllen nicht einfach in den Unterricht hinein. Überforderte Lehrerinnen neigen dazu, ‚typisch’ männliches Verhalten schon in der Grundschule zu dramatisieren. Wenn sie mit einem männlichen Schüler nicht fertig werden, schicken sie ihn halt zum Kinderpsychologen, geben ihm schlechtere Noten oder alarmieren die Eltern.“

Als Geschäftsführer eines IT-Beratungshauses sieht Nadolski jeden Tag, wohin diese Entwicklung führt. Nur noch im Fach Mathematik hätten die Jungen die Nase vorne. Beim Lesen seien die Mädchen weit enteilt, was bei einer solchen Schlüsselqualifikation gravierende Folge habe. Ähnliches gelte für die sprachlichen und sozialen Kompetenzen. Auch in den naturwissenschaftlichen Fächern hätten die Mädchen ungefähr gleichgezogen. Kein Wunder also, dass Deutschland die Ingenieure fehlen. „Wer Jungen immer nur mit Ablehnung, Angst und Misstrauen begegnet, der darf sich über aggressives Verhalten der männlichen Schüler nicht wundern. Aus Sicht der Wirtschaft muss man klar feststellen, dass uns eine weitere Benachteiligung der Jungen teuer zu stehen kommen wird. Als Vater kann ich nur an die Politiker und Pädagogen appellieren: Tut mehr für die Jungs um ihrer selbst willen!“

Für weitere Informationen: http://www.harveynash.de

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Geschrieben am 30.10.2007 von admin in * Allgemein.