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Initiative Lesestart: Fühlen, riechen, schmecken, spielen – Bücher sind nicht nur zum Schmökern da

Bonn/Mainz – „Kinder, die lesen, wissen mehr über die Welt um sich herum, stellen andere Fragen und haben die Möglichkeit, im Kopf auf Weltreise zu gehen. Deswegen habe ich meine Kinder von Anfang an mit Büchern umgeben, Bilderbücher mit ihnen betrachtet, ihnen vorgelesen. Gemeinsam in Geschichten und Büchern zu versinken, ist für Eltern und Kinder ein Erlebnis – und verbindet auf besonders innige Art und Weise“, sagt die Schauspielerin und Unternehmerin Ursula Karven, die im „Nebenberuf“ auch Mutter ist.

Doch nicht nur für die Kinder schöner und erfolgreicher Menschen ist Lesen eine gute Sache. Für die Initiative Lesestart http://www.lesestartdeutschland.de/nebenpunkte/prominente/prominente.php schlagen daher prominente Botschafter wie eben Ursula Karven die Werbetrommel, um die Bedeutung des Lesens für die frühkindliche Bildung ins Bewusstsein aller Menschen zu rücken, gerade auch in den Familien, die sozial nicht so gut gestellt sind.

Vorlesen macht Spaß, stärkt die Konzentrationsfähigkeit und fördert die kognitiven Fähigkeiten von Kindern. Die Stiftung Lesen http://www.stiftunglesen.de holt neben Prominenten auch die Kinderärzte mit ins Boot, denn 95 Prozent der Eltern nehmen die regelmäßige Routine-Untersuchung mit ihren Kindern bei Kinder- und Jugendarzt wahr. Bei dieser Gelegenheit können von Juni 2008 bis Mai 2010 insgesamt 500.000 Eltern mit mehrteiligen, kostenlosen Lesestart-Sets versorgt werden. Zu dem Set gehören neben einem Ravensburger Bilderbuch http://www.ravensburger.de und einem „ABC des Lebens“ unter anderem auch eine Buchempfehlungsbroschüre der Zeitschrift Eltern, ein Poster und ein Mitmach-Tagebuch, um die Lese- und Sprachentwicklung des Kindes festzuhalten.

Vorbild für die bundesweite Lesestart-Aktion ist das britische „Bookstart“-Modell http://www.bookstart.co.uk. Die britische Kampagne wurde erstmalig 1992 von der Leseförderungsinitiative Booktrust in Kooperation mit Bibliotheken und der Gesundheitsbehörde in Birmingham gestartet. Die wissenschaftliche Begleitforschung zu Bookstart ergab, dass Eltern sich durch die Initiative stärker motiviert fühlten, mit ihren Kindern zu lesen. Da die Erfahrungen in Großbritannien rundum positiv waren, wurde in Deutschland ein ähnliches Projekt auf den Weg gebracht.

Keine Frage, es besteht Handlungsbedarf. In 42 Prozent aller Familien in Deutschland mit Kindern von 0 bis zehn Jahren wird laut Stiftung Lesen heute kaum noch vorgelesen und annähernd 20 Prozent aller 15-jährigen Jugendlichen stehen an der Schwelle zum sekundären Analphabetismus. Das mehrteilige Lesestart-Set, da ab Juni 2008 über zwei Jahre lang an 500.000 einjährige Kinder und ihre Eltern im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchung U 6 kostenlos vom Kinderarzt ausgegeben wird, soll hier Abhilfe schaffen.

Ohne potente Projektpartner ist eine solche Aktion nicht durchführbar. Hierzu zählen unter anderem Amazon.de, die Bertelsmann AG, die drupa 2008/Messe Düsseldorf GmbH, die Frankfurter Buchmesse, Heidelberger Druckmaschinen AG und der Ravensburger Buchverlag Otto Maier, GmbH. „In erster Linie bedeutet Lesen natürlich Genuss. Es macht einfach Freude, sich in spannende, lustige oder auch ernste Welten flüchten zu können. Doch Lesen ist auch eine bedeutende Kulturtechnik. Wem in den ersten Lebensjahren viel und regelmäßig vorgelesen wird, der entwickelt eine größere Kommunikationsfähigkeit als diejenigen, die ohne eine Gute-Nacht-Geschichte ins Bett geschickt werden. Auch für den schulischen und beruflichen Erfolg stellt Lesen als Bildungsfaktor eine Schlüsselqualifikation dar. Lebenslanges Lernen ist ohne eine ausgeprägte Lesekultur nicht vorstellbar“, kommentiert Unternehmenssprecher Thomas Fichtl von der Heidelberger Druckmaschinen AG http://www.heidelberg.com. Um dies zu erreichen, ist es völlig in Ordnung, wenn ein Baby ein Buch mit allen Sinnen begreift, es fühlt, an ihm riecht, es schmeckt und mit ihm spielt.


Geschrieben am 22.04.2008 von admin in * Allgemein.