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Rabatte und das Renommee

Automobilbranche: Wer sich immer nur billiger macht, verliert auf lange Sicht an Ansehen

Von Ansgar Lange

Bonn/Gelsenkirchen – Für die deutsche Automobilindustrie war 2007 ein schwarzes Jahr. Professor Ferdinand Dudenhöffer, Geschäftsführer von B&D-Forecast http://www.bd-forecast.de, rechnet in diesem Jahr nur noch mit knapp 3,2 Millionen zugelassenen Neuwagen in Deutschland. 1990 habe das Niveau bei knapp 3,04 Millionen gelegen. Danach sei es angestiegen und seitdem nicht mehr unter 3,2 Millionen gerutscht. Nach Ansicht von Dudenhöffer lassen sich vor allem Privatkunden immer schlechter zum Kauf eines Neuwagens animieren. „Der Privatkundenanteil liegt auf einem historischen Tief von 38,4 Prozent“, sagte er gegenüber der FTD-Online http://www.ftd.de.

Dudenhöffer führt verschiedene Gründe an, warum die Konsumenten sich so stark zurückhalten. Es habe eine gewissen Zeit gedauert, bis sich die Kunden an die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent gewöhnt hätten („Mehrwertsteuereffekt“). Viele Kunden hätten noch 2006 einen Neuwagen gekauft, bevor die Erhöhung eingetreten sei. Zudem schlage der demographische Wandel durch. Es gebe immer mehr ältere Käufer, und diese führen ihre Autos länger als die jüngeren. Zum dritten macht der B&D-Forecast-Chef die Klimadiskussion für den „Käuferstreik“ (FTD) verantwortlich.

Im Wirtschaftsmagazin Capital http://www.capital.de verkündete Dudenhöffer unlängst, das „Ende der Rabattschlacht beim Autoverkauf“ sei nun in Sicht. Rabatte beim Kauf eines Neuwagens sänken 2008 von 16,5 auf 13 bis 14 Prozent. Autokäufer sollten deshalb die aktuell günstige Rabattsituation jetzt noch nutzen. Wie viel Rabatt beim Wunschauto drin sei, zeige ab sofort eine neue Capital-Datenbank, die in Zusammenarbeit mit der FH-Gelsenkirchen erstellt worden sei. Unter http://www.capital.de/autorabatt finden Interessierte Hersteller-Aktionen für knapp 250 Modelle.

„Ehrlich gesagt verstehe ich die Motivation einiger Fachleute aus der Automobilbranche nicht, die einerseits über den Einbruch beim Privatkundengeschäft schwadronieren, andererseits aber die Konsumenten dazu anspornen, bei der Rabattschleuderei bis zum Ende dabei zu sein. Eigentlich müssten wir alle in der Branche klüger sein, denn die Rabattschlacht vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer hat doch überhaupt nichts gebracht“, kommentiert der Ex-Mercedes-Vertriebschef Uwe Röhrig, der in Hannover/Langenhagen die Automobilberatung International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de führt. „Alle so genannten Automobilexperten können bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag die Gründe für den Einbruch anführen, sei es die Mehrwertsteuer, die Klimadiskussion, der demographische Faktor etc. Das bringt doch nichts. Gefragt sind Lösungsvorschläge, wie eine für Deutschland eminent wichtige Industrie aus der Krise kommt. Es ist auch fast schon zynisch, wenn Branchenverbände immer wieder Zahlen zum Händlersterben veröffentlichen, ansonsten aber passiv bleiben. Es führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen uns alle wieder klar machen, dass ein Hersteller mit seinen Produkten nur so gut ist, wie die Handelsorganisation, die ihm zur Verfügung steht. Wir brauchen besseren Service, hervorragende Verkäufer und Produkte, die auf die Ansprüche der Kunden passgenau zugeschnitten sind. Wer sich immer nur billiger macht, verliert auf lange Sicht an Renommee.“


Geschrieben am 16.10.2007 von admin in * Allgemein.