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Technikrevolutionen kommen aus dem Kinderzimmer – Kids als Trendsetter für die Geschäftswelt

Ericsson: Zeit ist reif für IP-Kommunikation im Mittelstand

Von Gunnar Sohn

Düsseldorf – Junge Menschen nutzen heute schon intensiv Telekommunikationsdienste, die im Geschäftsleben gerade erst vor dem Durchbruch stehen. Wer wissen will, wie die Telekommunikation von morgen aussieht, muss einen Blick in die Kinderzimmer werfen. Da sitzen die Kids mit dem Bluetooth-Headset vor dem Computer und unterhalten sich per Videochat mit ihren Freunden auf der ganzen Welt. Telefoniert wird selbstverständlich mit Skype, Instant Messaging ist schon ein alter Hut. Mobilität ist keine Vision, sondern Alltag: Das Handy hat den Festnetzanschluss schon längst verdrängt.

„Dagegen muten viele Büros heute noch altertümlich an: Festnetz- und Mobiltelefon existieren nebeneinander, die Verbindung von PC und Telefon ist noch die Ausnahme, Erreichbarkeit ist oft vom Zufall abhängig. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Telekommunikations-Revolution auch die Geschäftswelt erfasst. Die Frage ist nur, wie der Übergang richtig gestaltet wird, denn die Lösungen aus dem Privatbereich haben Schwächen, die im Geschäftsleben nicht toleriert werden können“, sagte Mehdi Schröder, Vice President Enterprise der Ericsson GmbH http://www.ericsson.com/de/, beim Pressegespräch seines Unternehmens in Düsseldorf.

Wie die Kommunikationstechnik der Zukunft aussehen werde, sei nicht zuletzt deshalb so schwierig, weil mit den neuen Technologien nahezu alles möglich erscheint. Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson setzt deshalb auf ein Konzept, das den Benutzer in den Mittelpunkt stellt. „Nicht die Technik bestimmt, was gemacht wird – vielmehr werden Dienste rund um die Bedürfnisse der Nutzer konfiguriert. Oberster Leitsatz dabei ist, dass sowohl Verfügbarkeit als auch Qualität dem entsprechen, was herkömmliche Telekommunikationsnetze bieten“, erklärte Schröder. Ericsson konzentriere sich auf das Zusammenwachsen der TK- und IT-Welten auf Basis des Internet Protokolls (IP). „Im Gegensatz zu Wettbewerbern bieten wir die Technologien und Dienstleistungen aus einer Hand an. Besonders mittelständische Unternehmen erwarten nur einen Anbieter für TK und IT sowie umfassende Service-Angebote”, sagte Schröder.

Wie die großen Konzerne legen inzwischen auch kleinere und mittlere Betriebe Wert darauf, dass man Mitarbeiter im Außendienst und am Telearbeitsplatz jederzeit einfach erreichen könne. „Zudem setzen sich moderne Kommunikationsformen in der mittelständischen IT immer mehr durch. Telefonkonferenzen, Call-Center-Funktionen, Unified Messaging oder computergestützte Kommunikation zählen heute bei vielen Unternehmen zu den Standard-Anforderungen. Unter diesen Voraussetzungen können VoIP-basierte Telefonanlagen ihre Vorteile optimal ausspielen“, so Schröder. Und nach rund elf Jahren, in denen sehr viel über IP-Kommunikation diskutiert wurde, sei jetzt ein Paradigmenwechsel auch technisch machbar: „Entscheidend ist die Standardisierung über das so genannte Session-Initiation-Protokoll (SIP). Damit werden die Geräte unterschiedlicher Hersteller kompatibel. SIP ist nicht nur der akzeptierte Standard für Endgeräte, sondern auch der Standard für die Netze der Zukunft, die bei allen großen Netzwerkanbietern im Aufbau sind.

Mit dem Enterprise Multimedia Server (EMS) vollziehe Ericsson den Wechsel zu einer komplett IP-basierten Telekommunikationswelt auch im Mittelstand. „Unabhängig von der Art des Endgeräts und dem jeweiligen Aufenthaltsort sind Mitarbeiter künftig unter einer einzigen Rufnummer oder Adresse erreichbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Verbindung über das Firmennetz, das öffentliche Festnetz oder Mobilfunk zustande kommt“, so Schröder.

Eine andere Option von Ericsson sei die komplette Auslagerung von Telekommunikationsdiensten. Unter dem Stichwort IP-Centrex übernehme ein Dienstleister das komplette Handling der Kommunikation. „Jedes Endgerät ist über das Internet mit ‚Intelligenz’ verbunden, die zentral vorgehalten wird. Die Sprachkommunikation wird dabei so abgewickelt, wie es heute schon bei der E-Mail weithin üblich ist. Da haben auch viele Unternehmen keinen eigenen Server mehr“, sagte Schröder. Denkbar seien auch Kombinationen aus beiden Möglichkeiten. Hier werde das beim Kunden installierte EMS-System nahtlos eingebunden und vom Service-Provider nach den Kundenwünschen konfiguriert. Die Zeiten, in denen auf Visitenkarten mehrere Telefonnummern zu finden waren, sollten bald vorbei sein. Jeder Mitarbeiter könne über eine einzige Telefonnummer erreicht werden, ganz gleich, wo er sich gerade aufhält. Informationen über die Erreichbarkeit stehen darüber hinaus allen Teammitgliedern zur Verfügung.

„Die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Technik verändert auch die Rolle der Anbieter. Wir gehen schon lange konsequent den Weg, den Dienstleistungsbereich unter dem Stichwort ‚Managed Services’ auszubauen. So gehört zum Beispiel der komplette Betrieb von Mobilfunknetzen zum Portfolio des Unternehmens. Für Geschäftskunden arbeiten wir mit Partnern zusammen, die auch den Weg hin zur Bereitstellung kompletter Servicepakete gehen werden. Die Zeiten, in denen eine Telefonanlage nur verkauft, installiert und dann gegebenenfalls gewartet und entstört wurde, sind vorbei. Die Grenzen zwischen TK-Händlern und Service-Providern werden sich verschieben und teilweise verschwinden. Zudem wächst die Bedeutung von IT-Systemintegratoren“, resümierte Schröder.


Geschrieben am 18.09.2007 von admin in * Allgemein.