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Webbasiertes Wissensmanagement wird sich durchsetzen

Deutsche Forscher stellen Praxisrelevanz in den Mittelpunkt

Berlin/Hannover – Niemand kann all das, was es heute schon zu einem Thema im Internet gibt, zusammentragen. Mal läuft die Suchfunktion ins Leere, mal lassen sich aufgefundene Inhalte nicht importieren oder die zusammen getragenen Wissensbausteine zu einem Thema sind völlig inkompatibel für ihre Weiterverarbeitung. Ideal wäre eine Wissensplattform, die eine intelligente, inhaltsbezogene semantische Suche in einem Themenfeld ermöglicht und darüber hinaus vorhandene mit neuen digitalen Quelldokumenten nutzerfreundlich verknüpfen kann. Das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse und Informationssysteme IAIS http://www.iais.fraunhofer.de präsentiert seine neuesten Analyse- und Informationssysteme, auch für das webbasierte Wissensmanagement, auf der diesjährigen CeBit http://www.cebit.de. Im Verbundprojekt Wikinger (Wiki Next Generation Enhanced Repository) http://www.wikinger-escience.de des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter Leitung des Fraunhofer IAIS wirken Informatiker, Ingenieurs- und Geschichtswissenschaftler zusammen, um Fragen, Methoden und Verfahren internetbasierter Wissensgenerierung und -organisation neu und weiter zu entwickeln.

Einen Schlüssel dazu sehen viele Experten in der semantischen Webtechnologie, die auch vielen Unernehmen dazu dienen soll, das firmeninterne Wissen strukturiert zu finden. „Das Fraunhofer IGD hat eine Suchmaschine entwickelt, die übergreifend auf unterschiedliche Datenquellen zugreifen und selbsttätig Stichworte um Synonyme, Übersetzungen oder thematisch ähnliche Sachverhalte ergänzen kann“, berichtet das Fraunhofer-Kundenmagazin Innovisions http://www.innovisions-magazin.de. Eine einzige Eingabe genügt und die Software ConWeaver durchsucht alle verschiedenen Datenquellen eines Unternehmens. Die digitalen Werkzeugen werden „nicht wie bislang nur einzelne Wörter in Texten erkennen, sondern vielmehr ganze Inhalte verstehen, interpretieren, mit standardisierten Schlagworten versehen und mit weiteren Informationen verknüpfen. Gleiches soll für digitale Fotos, Videos oder Musikdateien möglich werden. Die neue Wunderwelt soll auch über mobile Geräte wie Handys nutzbar sein“, berichtet die Financial Times Deutschland http://www.ftd.de.

Eine offensichtliche Veränderung ist dabei, dass auch mobile Endgeräte und Mobiltelefone als Plattform dienen. Auch die Rolle von Spracherkennung wird wichtiger. So kann das Handy mit intelligenter Spracherkennung sich zu einem sehr nützlichen persönlichen Assistenten entwickeln. Sprachdialogsysteme sind nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.de, geeignet, den Zugriff auf das vernetzte Weltwissen zu verbessern: „Es gibt unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären sofort ‚er-googlen’ würden: Sportergebnisse, Adressen, Telefonnummern. Wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, würde unsere Wissenslücke sofort geschlossen.“ Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis sich dieses Interface in der Masse durchsetzen wird. Viele Informationen würden bereits strukturiert vorliegen, wie Fahrplaninformationen, Restaurantbewertungen, Sportergebnisse, bewertete Restaurants und sonstige Adressen. „Was fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs’, über das sich jeder personalisiert seine gewünschten Angebote zusammenstellen und über Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann“, so Pape.

Auf einem guten Weg sieht Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, die deutschen Forscher für Künstliche Intelligenz (KI), die bei ihrer Arbeit die Praxisrelevanz in den Mittelpunkt stellten: „Im Gegensatz zu anderen Ländern verfolgen wir einen sehr pragmatischen und anwendungsbezogenen Ansatz. Unsere Wissenschaftler entwickeln in enger Kooperation mit der Wirtschaft Technologien für den Alltag, die wir als Errungenschaften der KI-Forschung gar nicht mehr wahrnehmen – etwa bei der Analyse natürlicher Sprache. Mit rund 120 Unternehmen, die Dialogsysteme für Navigationsgeräte, Fahrkartenautomaten, Logistiksysteme oder Diktiersoftware entwickeln und marktfähig machen, liegen wir international an der Spitze“, resümiert Steimel.

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Geschrieben am 17.01.2008 von admin in * Allgemein.