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Wird der Grüne Punkt bald weggewischt?

Neuer Unternehmenssprecher des Dualen Systems sammelte Heuschrecken-Erfahrung

Köln – Sie stehen einträchtig nebeneinander, in den Farben schwarz-grau, blau, braun und gelb: die Mülltonnen eines jeden privaten Haushalts. Die Farbgebung ist landauf und landab ein wenig unterschiedlich, bio-braun wird mancherorts durch bio-grün ersetzt, aber die gelbe Tonne oder aber der gelbe Sack ist für alle gleich. Hier sammelt das Duale System Deutschland (DSD), besser bekannt als Grüner Punkt. Für den ehemaligen Müllmonopolisten wird die Luft dünner: Zwar hat nach Expertenmeinung der Bundesrat mit der Entscheidung für die 5. Novelle der Verpackungsverordnung im Dezember dem DSD das Weiterleben ermöglicht, aber die nächste Novelle dürfte nicht lange auf sich warten lassen. „Setzen sich mächtige DSD-Kritiker wie Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) durch, droht dem Grünen Punkt trotz der aktuellen Rettungsaktion am Ende doch das Aus“, berichtete das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Dabei habe man bei dem Kölner Unternehmen mit den beständigen Klagen über die so genannten Trittbrettfahrer selbst die Lawine ins Rollen gebracht. Denn mit dem Ruf nach der Gesetzeskeule „hat das DSD in den vergangenen Monaten zahlreiche Skeptiker auf den Plan gerufen, die den tatsächlichen Nutzen der aufwändigen Mülltrennung insgesamt bezweifeln“, so die Zeitung. Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks, wird mit der Bemerkung zitiert, es müsse gehandelt werden, wenn ein System nicht mehr zeitgemäß sei. Außerdem „diene das System nur noch dazu, ein paar Heuschrecken zu finanzieren.“

Gemeint ist der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR), in dessen Besitz sich das DSD seit Ende 2004 befindet. Ob dort Verstimmung herrscht über das öffentliche Erscheinungsbild des Müllkonzerns, ist nicht bekannt. Gleichwohl wurde die bisherige Kommunikationschefin Heike Schiffler in diesen Tagen durch Klaus Hillebrand ersetzt, der unter anderem als Sprecher für den Sanitäranlagenhersteller Grohe AG fungierte und dort, so das DSD, „umfassende Erfahrungen mit einem Private Equity finanzierten Unternehmen“, sammelte. „Die milliardenschweren Investoren sind allerdings weniger an Müll oder Wasserhähnen interessiert. Sie wollen Kasse machen, und zwar nicht zu knapp sowie möglichst schnell. Was bedeutet, dass sie die übernommenen Firmen schon nach kurzer Zeit mit hohem Gewinn abzustoßen versuchen. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen sie alles andere als zimperlich vor“, so die Frankfurter Rundschau http://www.rundschau-online.de seinerzeit. Auch in puncto DSD machten in den letzten Monaten immer wieder Verkaufsgerüchte die Runde.

Heike Schiffler hatte die angestoßene Novelle in einer Fachrunde noch gerühmt: „Als Folge ihrer ‚druckvollen Kampagne’ erklärte sie freimütig, beschäftige sich nun das Bundeskabinett mit einer strengeren Verpackungsverordnung“, so das Handelsblatt im Dezember. Dass damit auch die Skeptiker des Systems wieder auf den Plan gerufen wurden und sich immer deutlicher zu Wort zu melden, kann den DSD-Eigentümern nicht schmecken. Ein Kostenaufwand von zwei Milliarden Euro jährlich für gerade einmal 1,7 Prozent des gesamten Abfallvolumens sei nicht tragbar, hieß es zum Beispiel seitens der FDP. Wenn die gelbe Tonne sich tatsächlich als überflüssig erweist und die DSD-Kritiker Widerstände in der Politik überwinden, ist das wirtschaftliche Aus nicht mehr weit. Das Handelsblatt hat im Dezember über die Strategie von KKR für diesen Fall bereits spekuliert: „Die Grüne-Punkt-Firma steht im kommenden Jahr zum Verkauf.“

Beim Sanitäranlagenbauer Grohe, wo der neue Kommunikations-Direktor Hillebrand tätig war, verkaufte 1999 die Eigentümerfamilie ihre Anteile an die Private-Equity-Gesellschaft BC Partners. Schätzungen zufolge, so das Manager-Magazin http://www.manager-magazin.de „soll der Preis zwischen 900 Millionen und 1,3 Milliarden Euro gelegen haben. Der Investor finanzierte den Kauf größtenteils mit Krediten und Anleihen, die Grohe nun bedienen musste. Die hohe Zinslast, so kritisieren die Aktionärsschützer, stürzte Grohe in die roten Zahlen – obwohl das Geschäft operativ Gewinn machte.“ 2004 wurde weiter verkauft, und zwar an die Texas Pacific Group und die Credit Suisse First Boston. Diesmal sprach man von 1,5 bis 1,8 Milliarden Dollar. „Auch diesen Deal finanzierten die neuen Eigner über Kredite, die sie Grohe aufbürdeten. Eine weitere Hochzinsanleihe sollte dabei helfen, alte Zinslasten vorzeitig abzulösen. Der Schuldenberg stieg jedoch weiter“, so das Magazin. Das Sanierungskonzept habe schließlich Stellenabbau und Produktionsverlagerung in Billig-Lohnländer empfohlen.

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Geschrieben am 09.01.2008 von admin in * Allgemein.