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Zankapfel Zeitarbeit – Tarifbindung der Branche macht Mindestlöhne überflüssig

Bonn/Düsseldorf – Seit der Liberalisierung durch die Hartz-Reformen erlebt die Zeitarbeit auch in Deutschland einen Boom. Sie folgt damit einer Entwicklung, die in Großbritannien oder den Niederlanden schon lange gang und gäbe ist. Trotz dieser positiven Nachrichten hält die SPD weiterhin unbeirrt an ihrer Forderung nach einer Einführung eines Mindestlohns für die Branche fest. Unions-Fraktionschef Volker Kauder hält dagegen, dass es in der Zeitarbeits-Branche bereits eine Tarifbindung von rund 95 Prozent gebe. Damit seien Mindestlöhne überflüssig. Werner Stolz, Bundesgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen http://www.ig-zeitarbeit.de, widerspricht Kauder. „Der Mindestlohn würde in unserer Branche ohnehin wenig Leute betreffen, da die meisten zu den vorgeschlagenen Mindestlöhnen bereits beschäftigt werden“, so Stolz gegenüber der Thüringer Allgemeinen Zeitung http://www.thueringer-allgemeine.de. Der Mindestlohn würde allerdings dazu führen, dass Armutslöhnen ein Riegel vorgeschoben würde.

Nach Ansicht von Thomas Hetz, Chef des Arbeitgeberverbandes mittelständischer Personaldienstleister http://amp-info.de, würde ein Mindestlohn vor allem die Zeitarbeitsfirmen in Ostdeutschland treffen, die mit den dann möglicherweise niedrigeren Gehältern ihrer Kunden nicht mithalten könnten. Dann müssten viele Mittelständler schließen, so Hetz, dessen Verband vor allem in den neuen Bundesländern aktiv ist.

Dass Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) noch vor der Sommerpause die nötigen Gesetze für einen Mindestlohn auch in der Zeitarbeitsbranche auf den Weg bringen will, stößt auf Kritik bei Personaldienstleistern. „Zaghafte Liberalisierungen, die noch unter Rot-Grün angestoßen wurden, sollen jetzt wieder zurückgenommen werden. Als hätten wir einen Grund zur Entwarnung, nur weil die Arbeitslosenzahl innerhalb von drei Jahren von fünf auf 3,5 Millionen gesunken ist. Das kann sich auch schnell wieder ändern“, sagte Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.com/de. „Statt wieder vollmundig von der Vollbeschäftigung zu reden und die Hartz-Gesetze aufzubrechen, sollte die Koalition lieber nicht von ihrem zaghaften Liberalisierungspfad abweichen.“ Die geplante Überregulierung der Zeitarbeit sei eine schlechte Nachricht für alle Geringqualifizierten, die über die Zeitarbeit einen festen Arbeitsplatz gefunden haben. Immerhin finde jeder vierter Zeitarbeiter einen Platz in der Stammbelegschaft des Unternehmens, an das er vorher ausgeliehen war.

Nadolski weiter: „Zeitarbeit hat viele Vorteile. Sie stellt eine flexible Personalreserve dar. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, ohne großes Risiko einen potenziellen neuen Mitarbeiter in Augenschein zu nehmen und zu prüfen, ob man ihn nicht dauerhaft an das eigene Unternehmen binden kann. Außerdem ist Zeitarbeit ein Mittel gegen den Fachkräftemangel bei Ingenieuren und Technikern, aber auch bei Facharbeitern.“


Geschrieben am 09.05.2008 von admin in * Allgemein.